Holistika

 

 

 

 

 

 

 

Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV)
Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA)

EU-Artenschutzverordnung (Verordnung (EG) 338/97)
Polizeiliches Verwaltungsgesetz (STGB § 367)
Mietrecht
Tierschutztransportverordnung (TierSchTrV)

Tierschutzgesetz (TierSchG)
Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien

 

 

Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV)

Regelt ergänzend zur EU-Artenschutzverordnung Ein-, Aus- und Durchfuhrbestimmungen, Transportkennzeichnung, Besitz- und Vermarktungsverbot sowie Meldepflicht einiger gehaltener Arten. Danach sind Erwerb, Handel und Besitz der frei lebenden europäischen Amphibien und Reptilien verboten. Ausnahmen sind Tiere, die bereits vor Inkrafttreten der Verordnung zum 25.8.1980 gepflegt wurden oder von diesen abstammend in menschlicher Obhut nachgezüchtet werden. Gemäß der Bundesartenschutzverordnung sind ebenso Halter von Tieren des Anhangs I zum Anzeigen des Besitzes, Zugangs sowie Abgangs durch Verkauf, Verschenken, Tausch oder Tod bei den zuständigen Landesbehörden (siehe „Adressen", Behörden) verpflichtet.

 

Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA)

Auch bekannt als CITES (Convention on International Trade in Endangered Species) und seit über 25 Jahren völkerrechtlich in Kraft, regelt das Übereinkommen den Handel mit Arten frei lebender Tiere und Pflanzen. Ziel ist es, sie vor dem Aussterben durch übermäßige Entnahme aus der Natur zu bewahren. Gemäß ihrer Schutzbedürftigkeit werden Tiere und Pflanzen in drei Anhängen unterschieden.

Anhang I umfasst alle Arten, die entweder vom Aussterben bedroht sind oder durch den Handel beeinträchtigt werden beziehungsweise werden könnten. Diese Tiere dürfen nicht in freier Natur gefangen und international gehandelt werden. Nachzuchten dürfen nur mit einer CITES-Bescheinigung erworben und gehalten werden.

Anhang II betrifft Arten, deren Population meist noch eine wirtschaftliche Nutzung unter wissenschaftlicher Kontrolle zulässt. Ein- und Ausfuhr sind genehmigungspflichtig.

Im Anhang III sind Arten aufgelistet, die besonderen Regelungen in einem Hoheitsgebiet der WA-Vertragsparteien unterliegen. Welche Tiere in welchen Anhang gehören, wird ständig geändert.

 

EU-Artenschutzverordnung (Verordnung (EG) 338/97)

Die EU-Artenschutzverordnung setzt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen in Europa um und regelt Einfuhr, Ausfuhr und Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen in den Mitgliedsländern der Europäischen Union. Ein- und Ausfuhr beziehen sich nur auf Drittländer, die nicht der EU angehören. Der Wechsel von Tieren innerhalb der EU ist dem innerhalb Deutschlands gleichgestellt. Geschützte Arten werden ihrer Gefährdung entsprechend in den Anhängen A bis D aufgelistet.

Die Anhänge A bis C der EU-Artenschutzverordnung entsprechen in weiten Teilen den Anhängen I bis III des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, sind jedoch um einzelne Tierarten erweitert.

Tiere des Anhangs A sind Arten des WA-Anhangs I und solche, die nach Auffassung der Europäischen Union international so begehrt sind, dass jeglicher Handel ihr Überleben gefährden würde. Dies betrifft zum Beispiel einige Landschildkröten und Riesenschlangen, aber auch diverse Kakteen-, Orchideen-, Euphorbien- und Aloe-Arten. Tiere der Anhang-A-Arten der Europäischen Artenschutzverordnung genießen den höchsten Schutzstatus. Sie dürfen ohne Genehmigung nicht gehalten werden. Als Genehmigung gelten die Einfuhrgenehmigung oder die Befreiung vom Vermarktungsverbot und für Tiere, die bereits vor Inkrafttreten der EU-Artenschutzverordnung vorhanden waren, die Bescheinigung über den rechtmäßigen Erwerb oder die legale Einfuhr.

Melden Sie Tiere sofort nach Erwerb unter Vorlage der genannten Genehmigung bei der zuständigen Landesbehörde an. Dieser sind auch Bestandsveränderungen wie Geburt, Schlupf, Todesfälle oder Veräußerungen sofort schriftlich anzuzeigen. Auch unter Privatpersonen ist der Verkauf oder auch nur die Weitergabe von Nachzuchten genehmigungspflichtig. Bei Umzug, Verlegung des Geheges oder Ähnlichem ist der oder den zuständigen Landesbehörde(n) unverzüglich der Standortwechsel der Tiere zu melden.

Für Wildexemplare, deren Haltungsort festgelegt wurde, muss vor einem Transport an einen neuen Standort beim Bundesamt für Naturschutz eine Genehmigung eingeholt werden. Ausgenommen sind Besuche beim Tierarzt, wenn das Tier danach wieder an den festgelegten Standort zurückgebracht wird. Grundsätzlich besteht für Wildexemplare ein Zurschaustellungs- und Vermarktungsverbot.

Vor der Veräußerung eines Tieres, für dessen Kauf nur eine einmalige Aufhebung des Vermarktungsverbots zugestanden wurde, muss eine solche erneut beantragt werden. Es empfiehlt sich dringend, sämtliche behördlichen Dokumente, aber auch Kauf-, Tausch- oder Schenkungsbelege als Nachweis aufzubewahren. Die gleichen Vorschriften gelten auch für Nachzuchttiere; jedoch kann bei der zuständigen Landesbehörde die Aufhebung des Vermarktungsverbots durch eine so genannte „Züchterbescheinigung“ beantragt werden. Mit dieser können Anhang-A-Nachzuchttiere ohne weitere behördliche Genehmigung vom jeweiligen Inhaber innerhalb der EU gehandelt werden. Nachzuchten von Tieren des Anhangs A werden genau wie Tiere des Anhangs B behandelt.

Tiere des Anhangs B sind Arten, die im WA-Anhang II aufgelistet sind, und solche, deren Überleben durch internationalen Handel in bestimmten Ländern gefährdet ist. Beispielsweise fallen alle Landschildkröten, Riesenschlangen, Warane und Pfeilgiftfrösche darunter, sofern sie nicht schon durch den Anhang A geschützt sind. Tiere der Anhang-B-Arten der Europäischen Artenschutzverordnung dürfen ohne Genehmigung gehalten werden, müssen jedoch nach der Bundesartenschutzverordnung bei den zuständigen Landesbehörden gemeldet werden. Meldepflichtig sind auch Bestandsveränderungen wie Zugänge oder Abgänge. Da die zuständigen Landesbehörden einen Nachweis über den rechtmäßigen Erwerb der Tiere verlangen können, sollten Bescheinigungen des Züchters oder Verkäufers, Einfuhrdokumente, Vorlagebescheinigungen, behördliche Meldebestätigungen und CITES-Bescheinigungen aufgehoben werden. Genau wie Kauf-, Schenkungs- oder Tauschbelege sollten sie möglichst viele eindeutige Angaben enthalten. Lassen Sie sich den wissenschaftlichen und den deutschen Artnamen, das Geburtsdatum, sofern erkennbar das Geschlecht, Name und Anschrift des Züchters, Angaben zu den Aufzeichnungsdokumenten beim Züchter („Zuchtbuch“) sowie zu den Elterntieren notieren. Bei Importtieren sollten Hinweise zur Einfuhrgenehmigung wie Genehmigungsnummer, Datum der Einfuhr und Ursprungsland des Tieres festgehalten sein. Akzeptieren Sie selbst keine Belege, die nicht ausführlich genug sind. Umso leichter erfolgt die Meldung bei den Behörden. Stellen diese einmal unzumutbare Nachweisforderungen, können Sie Widerspruch einlegen, da man von Ihnen zum Beispiel nicht verlangen kann, sich nicht behördlich ausgestellte Belege notariell bestätigen zu lassen. Tiere des Anhangs C sind Arten, die im Hoheitsgebiet eines europäischen Landes einer besonderen Regelung unterworfen sind, und alle vom WA erfassten Arten, die nicht in die Anhänge A oder B eingestuft sind. Der Besitz muss weder genehmigt noch gemeldet werden. Der Halter benötigt jedoch einen Nachweis über den rechtmäßigen Erwerb, wenn das Tier in ein Land außerhalb der EU exportiert werden soll. Beim Import müssen Ausfuhrdokumente des Herkunftslandes und eine Einfuhrmeldung vorgelegt werden.

Tiere des Anhangs D sind Arten, die überwacht werden sollen, um sie – genau wie Tiere der Gruppe C – bei Gefährdung in die Anhänge A und B umzustufen. Sie unterliegen ebenfalls keiner Genehmigungs- oder Meldepflicht. Dennoch sollten Kauf-, Schenkungs- oder Tauschbelege nicht weggeworfen werden, falls das Tier später den strengeren Schutzvorschriften der Anhänge A und B unterstellt wird.

 

Polizeiliches Verwaltungsgesetz (STGB § 367)

In diesem Paragraphen heißt es: „Wer ohne polizeiliche Erlaubnis gefährliche, wilde Tiere hält oder wilde oder bösartige Tiere frei umherlaufen lässt oder in Ansehung ihrer Gefährlichkeit die erforderlichen Vorsichtsmaßregeln zur Verhütung von Beschädigungen unterlässt ...“ wird mit Geldstrafe bis zu 75 € oder mit Haft bis zu sechs Wochen bestraft.“ Auch wenn Sie als seriöser Terrarianer natürlich keine derartigen Tiere frei herumlaufen lassen, sollten Sie sich doch über die Konsequenzen eines versehentlichen Entwischens im Klaren sein. Es drohen Behandlungskosten und Ansprüche wegen Verdienstausfall von Opfern oder im schlimmsten Fall Anzeigen wegen fahrlässiger Tötung durch die Polizei.

 

Mietrecht

Die Haltung eines Tieres in der Mietwohnung ist im Mietvertrag geregelt. Diese kann jedoch nicht grundsätzlich verboten werden. Der Bundesgerichtshof entschied 1992, dass außer Aquarienfischen auch Tiere, die ihrer Natur nach keine Störungen verursachen, also durch Geruch oder Lärm die Mitbewohner stören, vom Vermieter nicht verboten werden dürfen. Weitestgehend haben die Gerichte die Haltung von Reptilien der von Kleintieren wie Mäusen und Meerschweinchen, die keine Störung verursachen, gleichgestellt. Was jedoch Schlangen betrifft, gibt es widersprüchliche Urteile: Mal ist die Haltung zulässig, weil sie keine Störung verursachen, mal ist sie verboten, da der Hausfriede durch unüberwindbare Panik der Mitbewohner empfindlich und auf unzumutbare Weise gestört werde. Wenn Sie eine Schlange halten möchten, sollten Sie also vor der Anschaffung unbedingt das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen.

 

Tierschutztransportverordnung (TierSchTrV)

Wechselwarme Tiere sind beim Transport grundsätzlich in einem Behältnis zu befördern, das ihrem Platz- und Temperaturbedarf entspricht. Bei längeren Transportstrecken ist darüber hinaus die Ernährung sicherzustellen. Säugetiere, die noch nicht selbständig fressen und trinken können, dürfen nur zusammen mit der Mutter transportiert werden. Säugetiere, die sich in der Geburt befinden, vor weniger als 48 Stunden geboren haben oder deren Nabel noch nicht vollständig verheilt ist, unterliegen dem Transportverbot.

 

Tierschutzgesetz (TierSchG)

Das Tierschutzgesetz wurde 1998 überarbeitet und regelt den Schutz des Tieres vor unsachgemäßer Haltung. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz werden in der Regel als Ordnungswidrigkeiten mit Geld­bußen geahndet. Das Quälen oder Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund wird jedoch als Straftat verfolgt. § 2 des Tierschutzgesetzes definiert die artgerechte Tierhaltung: „Jedes Tier muss seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernährt und gepflegt sowie verhaltensgerecht untergebracht sein. Insbesondere muss ihm die Möglichkeit angemessener Bewegung gegeben werden. Derjenige, der das Tier zu betreuen hat, muss über die Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, die notwendig sind, um die artgerechte Ernährung, Pflege und Unterbringung zu gewährleisten.“ Um einheitliche Richtlinien zu schaffen, welche minimalen Anforderungen an die Haltung von Reptilien gestellt werden müssen, hat das ehemalige Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, heute Verbraucherschutzministerium, die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) mit der Erstellung des nachfolgenden Gutachtens beauftragt.

 

Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien

Zwar hat das Gutachten keine Gesetzeskraft, aber es wird von Behörden und Gerichten zur Beurteilung der artgerechten Haltung herangezogen. So sensibilisiert es durch die formulierten Ansprüche an die Pflege gerade auch den Anfänger für die artgerechte Haltung. Definiert werden für einzelne Arten unter anderem Terrariengestaltung und -größe, Ernährung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Das Gutachten erhalten Sie beim Referat Tierschutz des Verbraucherschutzministeriums oder als inhaltlich unveränderte Sonderausgabe bei der DGHT.